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Bericht in "Ilmensee.Wald.Ostrach" Konzert von Prof. Grube 4. August 2010

Professor Dr. Michael Grube, in Überlingen geboren, heute aber in der ganzen Welt zu Hause, lockte viele Besucher in die Klosterkirche von Habsthal. Unter dem Titel "Violinzauber aus vier Jahrhunderten" spielte der für seine Virtuosität wie auch seine Pianissimo-Kultur berühmte Violinist das neueste Soloprogramm seiner mehrmonatigen Europatournee. Wer Michael Grube hört, will natürlich auch seine weltbekannte Geige von Nicola Amati (1596-1684) aus dem Jahre 1683 hören. Michael Grube und seine Amati – die gehören einfach zusammen. Nicola war der bedeutendste Meister der berühmten Geigenbauerdynastie aus Cremona, seine Instrumente mit dem sanften, süßen Ton gehören heute zu den begehrtesten und teuersten in der Welt. Gleich im ersten Stück des Programms, einer Caprice von Paganini, begann Michael Grube mit zarten, innigen Tönen, bevor er im Mittelteil mit Teufelssprüngen, schnellen Läufen und Forte-Arpeggien zeigte, dass dieses Instrument auch die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts adäquat wiedergibt. Was auch gespielt wurde, immer faszinierte der Wohlklang dieser Geige, die auch im Forte nie grob wirkte. Natürlich wurde dieses Instrument von einem Meister gespielt: Wann hat man je ein so gleichmäßig gestrichenes Pianissimo gehört, das in einem langen Decrescendo bis zur Unhörbarkeit verklang? Eine chromatische Etude von Elgar, ein pastoral gefärbtes, dicht geflochtenes Andante des polnischen Violinisten Wieniawski, ganz auf Wohlklang gestimmt, die 3. Sonate seines Schülers Ysaye (George Enescu gewidmet und in seinem Stil geschrieben), eine Chaconne des 1942 in Wien gestorbenen Loebl, die im neoklassischen Stil geschriebenen Variationen über ein Volkslied aus Afghanistan des noch lebenden Gerhard Track: Geiger und Geige meisterten alle technischen Anforderungen, Kontraste und Stilarten dieser Werke, je nach Komponist und Epoche mit oder ohne Vibrato gespielt. Viele Besucher kannten noch den Vater, Max-Ludwig Grube, der lange in Sigmaringen unterrichtete. Von ihm spielte der Sohn dessen 1. (Kirchen-)Sonate mit 4 Sätzen, der letzte eine Passacaglia über b-a-c-h, für einige eine nostalgische Wiederbegegnung. Michael Grube betätigt sich auch als Musikforscher; so hat er eine Caprice des vergessenen Salomon Lieben aus Moldawien mit rumänischen Anklängen ans Licht gebracht und in sein Programm eingebaut (als einziger in der Welt, wie er erklärte). Zum Schluss kehrte er zum Altmeister der Soloviolinen-Literatur zurück, zu Johann Sebastian Bach. Dessen gewaltige und facettenreiche Chaconne in d-moll mit ihren 64 Variationen, auf einer fast zeitgenössischen Geige gespielt, hinterließen einen tiefen Eindruck. Für den Beifall dankte der Künstler mit der (einstimmigen) Träumerei des vor genau 200 Jahren geborenen Schumann. Waltraud Selg begrüßte den Künstler und dankte ihm für seinen Beitrag zur Restaurierung der Kirche und lud zu weiteren Konzerten in der Klosterkirche ein.

Dr. Werner Fischer

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© Kloster Habsthal










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