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Quelle: Schwäbische Zeitung vom 10.09.2014

Staatssekretär blickt hinter Klostermauern

Ingo Rust startet in Habsthal seine Denkmalreise – Weitere Unterstützung zugesagt



Beim Rundgang durch das Kloster Habsthal machen Abt Benno Malfèr und Staatssekretär Ingo Rust auch in der Kirche Halt. Fotos: Julia Freyda

Ostrach sz Zum Auftakt seiner viertägigen Denkmalreise hat Staatssekretär Ingo Rust das Kloster in Habsthal besucht. Bei einem Rundgang zeigte Architekt Bruno Siegelin die bisherigen Sanierungsarbeiten. Am Ende zeigte Rust sich beeindruckt. „Die Mittel wurden gut eingesetzt. Wir werden uns auch künftig so gut wie möglich für die Unterstützung und den Erhalt dieses Kulturdenkmals bemühen“, sagte der Staatssekretär des Finanzministeriums. Priorin Kornelia Kreidler dankte für die bisherige Unterstützung. „Ich hoffe, dass Sie besondere Eindrücke und den Geist, der im Kloster herrscht, mitnehmen“, sagte die Priorin.

Drei Ziele nannte Rust als Grund für die Denkmalreise. Es soll Augenmerk auf die kulturellen Schätze gelenkt und für die Denkmalpflege geworben werden. „Denkmäler sollen nicht als Last, sondern als Schatz begriffen werden“, sagte Rust. Zudem soll auf den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September, aufmerksam gemacht werden. Weitere Ziele der viertägigen Denkmalreise sind unter anderem die Stadtkerngrabung in Isny, das Humpisquartier in Ravensburg, die Klosterinsel Reichenau und die Wasserkunst „Das Paradies“ in Baden-Baden.

Am Kloster Habsthal informierten Abt Benno Malfèr, Kreisarchivar Edwin Weber und Architekt Bruno Siegelin über Geschichte und Sanierung. Mehr als eine Million Euro wurden bislang verbaut. Die Mittel waren durch öffentliche Gelder, Spenden, aber auch Aktionen eines Fördervereins zusammengekommen. Durch umfangreiche Arbeiten wurden bislang unter anderem der Dachstuhl sowie der Glockenstuhl über der Kirche und die Fassade saniert. „Es ist für uns heute ein Tag des Dankes, dass all dies geschehen konnte“, sagte Abt Benno Malfèr.

Kreisarchivar Weber verwies auf die wechselvolle Nutzungsgeschichte des Klosters. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1259, als eine fromme Frauengemeinschaft das Gelände in Habsthal erhalten hat. Unter anderem waren im Laufe der Jahrhunderte eine Tauben- und Blindenanstalt sowie eine Strafanstalt hinter den Klostermauern untergebracht. „Diese Wechsel trugen zum Verfall bei, sodass das Gebäude in den 1880er-Jahren zum Abbruch freigegeben war“, sagte Weber. Doch wenige Jahre später sei ein kleines Wunder geschehen. Eine Gruppe Benediktinerinnen aus der Schweiz ließ sich in Habsthal nieder. Das alte Kloster erlebte einen Aufwind. Bis in die 1960er-Jahre waren die Schwestern bekannt für ihre kunstvollen Stickereien. Doch die Neueintritte hielten sich in Grenzen. Derzeit leben weniger als fünf Benediktinerinnen im Kloster. „Diese kontemplative Frauengemeinschaft ist ein Juwel. Also bleibt uns die Hoffnung auf ein weiteres Wunder, damit es erhalten bleibt“, sagte Weber.

Umfangreiche Sanierung des Dachstuhls
Architekt Siegelin führte die Gäste durch das Kloster, um Teile der Sanierungen zu zeigen und die Arbeiten zu erläutern. Umfangreich wurde beispielsweise der Dachstuhl erneuert. „Dabei war die Statik des Gebäudes eine besondere Herausforderung. Wir mussten zunächst die Decken von unten abstützen, damit oben die Arbeiten beginnen konnten“, erklärte Siegelin.

Bürgermeister Christoph Schulz dankte im Namen der Gemeinde und als Geschäftsführer des Fördervereins zum Erhalt des Klosters. „Es sind zahlreiche Ehrenamtliche tätig, die sich für das Kloster einsetzen. Mit der Instandsetzung eines solchen Gebäudes ist man aber auch nie fertig. Weitere Aufgaben stehen an“, gab Schulz den Gästen mit auf den Weg.

© Kloster Habsthal










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