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Quelle: Schwäbische Zeitung vom 13.01.2015

Vera Romeu

Duo Canticel reist musikalisch
Benefizkonzert in Klosterkirche Habsthal – Tiefe Altstimme von Catherine


Catherine Dagois beeindruckt mit ihrer Stimme. 

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Habsthal sz Das Benefizkonzert in der Klosterkirche Habsthal war eine musikalische Reise, in der die Altistin Catherine Dagois und der Organist Edgar Teufel das große Publikum durch unterschiedlichste Weihnachtsstimmungen der Welt und Jahrhunderte mitgenommen haben. Mit ungewöhnlichem Applaus nach jedem Lied, mit einem Applaus im Stehen am Ende des Konzerts zeigte das Publikum, wie stark es von der Stimme Dagois’ beeindruckt war.
Als Zugabe bot das Duo Canticel das Ave Maria von Charles Gounod in vollendeter Form: Denn gerade in der tiefen Altstimme bekommt dieses viel gehörte Werk eine ganz neue Aura und wird zur Überraschung. Die sehr dunkle und tiefe Stimme von Catherine Dagois verfügt über ein unglaubliches Volumen und eine Intensität der Ausdruckskraft. Wenn Catherine Dagois singt, meint man schöne dunkle Wälder zu durchschreiten, Wasser über Steinen sprudeln und blitzen zu hören, in einen geheimnisvollen Weiher hinunter zu schauen. Dazu kommt diese hohe Musikalität, die sich im Singen und Tanzen entfaltet. Kongenial dazu erklingt die Orgel, in fein gefärbten Registrierungen.
Klangfarben vermischen sich
Die Sängerin stand im lichtdurchfluteten Chorraum, der Orgel zugewandt. Es war, als ob Klänge und Klangfarben einander begegneten und sich jubelnd vermischten.
Den Auftakt des Konzerts bildete die aus dem 18. Jahrhundert „Toccata de Contras Quinto Tono“ von Jose Elias: Diese temperamentvolle Musik versprühte eine heitere Atmosphäre, passte zur hereinbrechenden Dämmerung, in der die Lichter des Christbaums an Intensität gewannen. Die schnellen Tempi flossen harmonisch und feierlich. Es war ein Genuss zuzuhören.
Es war eine schöne Vielfalt von Liedern und Stilen, sodass jeder Zuhörer seine Lieblingsstücke nach Hause trug. Das Katalanische Weihnachtslied „El Cant dels Ocells“ – der Gesang der Vögel – war ein Kleinod. Die Orgelpfeifen zirpten und zwitscherten hell wie Vögel im Wald. Dagois´ dunkle Stimme war in der katalanischen Sprache prachtvoll. Aus ferner Zeit erklang die andachtsvolle Gebet „Rosas das Rosas“ – Rose unter den Rosen – über König Alphonse X der Weise. Zur weihnachtlichen Pastorale erklang das peruanische Lied „Cachua“ über die Geburt Christi: Stimme und Orgel erzählten von einer wunderbaren Nacht und mit kleinen Maracas in den Händen gab Dagois eine pittoreske Klangfarbe hinzu. Und wenn sie nicht singt, dann begleitet sie die Orgel mit einem Tamburin und tanzt im Chorraum in einer Art meditativen Hingabe. Die weihnachtliche „Farandole“ von Georges Bizet kombinierte das französische Lied der Drei Könige und die Rhythmen des okzitanischen Tanzes.
Der Schlussakkord und Höhepunkt des Konzerts war die „Pilgerreise“ von Ariel Ramirez. Diese kreolische Messe ist ein großartiges Stück Weltliteratur. Das Duo Canticel gestaltete es auf sehr eigenen und souveränen Art. Der Abend in der Klosterkirche war zum Erlebnis geworden.
© Kloster Habsthal










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