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Quelle: Schwäbische Zeitung vom 14.12.2010

HABSTHAL - Die bisherige Priorin der Benediktinerinnen Gemeinschaft.
Walburga Wolf: hat aus Altersgründen bei Abt Benno Malfér ihren Rücktritt eingereicht. Die neue Priorin ist nun Schwester" Kornelia Kreidler. Sie wird offiziell
am Sonntag, 19. Dezember eingesetzt.

Priorin Kornelia

Mit SZ-Mitarbeiterin Vera Romeu sprach sie über Aufgaben, Visionen und Vorbilder.

SZ: Was sind die Aufgaben einer Priorin?
Priorin Kornelia: Sie dient der Gemeinschaft. Sie sorgt dafür, dass ihre Mitschwestern im Alltag alles haben, um sich auf den Weg zu Gott entfalten zu können. Die Priorin lebt in der Nachfolge Christi und soll für die Gemeinschaft Vorbild sein, weniger mit Worten, mehr durch Handeln.
Der Heilige Benedikt hat in seiner Ordensregel drei Bilder dafür verwendet: der Hirte, der im Alltag sorgt, der Lehrer, der die Gotteslehre vermittelt, und der Arzt, der die Wunden der Menschen heilt. Natürlich kann diesem Idealbild nicht immer gerecht werden.

SZ: Haben Sie für Ihre Amtszeit Visionen formuliert?
Priorin Kornelia Visionen kann man schon haben, aber der Alltag gibt die Aufgaben oft vor. Das gemeinsame Leben mit den älteren Mitschwestern möchte ich so gestalten, dass sie entlastet sind. Unsere Spiritualität soll in die Region hinein strahlen. Nach außen werde ich die Offenheit fördern, damit Gäste gerne ins Kloster kommen und gestärkt in ihren Alltag zurückkehren. Dieses Angebot wollen wir nach der Sanierung noch ein wenig ausbauen.

SZ: Ist die große Sanierung belastend?
Priorin Kornelia: Nein, nicht so sehr. Als Priorin muss ich mich auch nicht in erster Linie um die ökonomischen Angelegenheiten der Gemeinschaft kümmern. Für die Baumaßnahme haben wir eine professionelle Projektleiterin eingesetzt: Sabine Schmidt-Rösel entlastet uns sehr.

SZ: Was verändert sich im Alltag?
Priorin Kornelia Es gibt erst mal eine räumliche Veränderung. Ich verlasse meine bisherige Zelle und richte mich in das Priorat ein. Das ist im Kloster ein Zimmer und ein Büro mit Besprechungsecke. Ich übernehme Archiv und Verwaltungsunterlagen, die ich erst mal sichten muss. In die Aufgaben wer de ich mit der Zeit hinein wachsen.

SZ: Haben Sie Vorbilder?
Priorin Kornelia ich halte mich eher an die Bibel und an die Ordensregel Aber ich habe eine Bekannte, eine Frau und Mutter, die mit 80 Jahren immer noch voll im Leben steht und aktiv teilnimmt. Trotz Krisen in ihrem Leben ist sie immer wieder aufgestanden und hat neu angefangen. Sie lebt am Puls der Zeit und das beeindruckt mich.
Spiritualität muss geerdet sein, sonst ist sie egoistisch und nützt nicht. Gerade dies hat Christus vorgelebt. Der Theologe Martin Buber hat etwas Wichtiges in dieser Beziehung formuliert ,,Am Du zum Ich werden." Sich dem anderen selbstlos zuzuwenden, bringt nachhaltiges Glück. Selbstverwirklichung ist ein Trugschluss.

© Kloster Habsthal










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