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Quelle: Schwäbische Zeitung vom 15.10.2014

Himmlische Stimmen erklingen passend zur Klosterorgel
Benefizkonzert begeistert das Publikum in der Habsthaler Kirche

Von Vera Romeu 15. Oktober 2014



Elisabeth, Wolfram und Anna Rehfeldt (v.l.) begeistern das Publikum mit einem schönen geistlichen Konzert in der Klosterkirche der Benediktinerinnen in Habsthal. Foto: Vera romeu

Habsthal - Es war ein sehr schönes Konzert, das Wolfram Rehfeldt, ehemaliger Domorganist in Rottenburg, in der Habsthaler Klosterkirche mit den jungen Sängerinnen Anna und Elisabeth Rehfeldt gegeben hat. Christoph Schulz, Geschäftsführer des Fördervereins des Benediktinerinnenklosters, dankten ihnen für das Benefizkonzert und erinnerte daran, dass Rehfeldt in Ostrach aufgewachsen ist.

Das Programm der Geistlichen Abendmusik stand unter dem Titel "Musik - Ein Tor zum Himmel" und erfüllte die Verheißung, den Sonntagabend zu einem schönen Auftakt der Woche zu machen. Im gekonnten Wechsel mit Instrumentalwerken an der Orgel erklangen Lieder, die Anna und Elisabeth Rehfeldt solistisch oder im Duo sangen.

Die jungen Sängerinnen, die bereits auf der Bundesebene von "Jugend musiziert" Preise errungen haben, begeisterten die viele Konzertbesucher mit ihren Stimmen. Wunderbar gestalteten sie den Choral "Meine Seele hört im Sehen" von Georg Friedrich Händel. Von der Empore des Frauenklosters aus erfüllten die jungen Stimmen den Raum. Sie entfalteten ihre besondere Strahlkraft in der klaren Akustik der Klosterkirche.

Auf dem Programm standen auch zeitgenössische geistliche Lieder. Das dunkle und introvertierte "Ave Maria" des zeitgenössischen Komponisten Francisco Irribarria bewegte die Zuhörer durch seine Schlichtheit. Es wurde hervorragend gesungen. Die Orgel wartete mit dunklen Klangfarben auf. Auch das überschwängliche Lied "I will sing with the spirit" von John Rutter kam mit den freudigen Halleluja-Rufen gut an. Feierlich erklang das "Pie Jesu" von Gabriel Fauré, das sehr souverän mit reifer Stimme und eindrucksvoller Gestaltung dargeboten wurde.

Zwischen den Liedern zeigte Domorganist Rehfeldt mit interessanten Werken, wie schön die Habsthaler Orgel klingt. Er spielte das "Concerto in A-Dur" von Johann Gottfried Walther und ließ im Allegro des ersten Satzes die Klangfülle der Orgel jubeln. Weich und sensibel war das Adagio einem innigen Gebet ähnlich. Das lebhafte Vivace des dritten Satzes war voller schöner Impulsivität. Die an sich großformatige "Fantasia in c-moll" von Johann Sebastian Bach bekam in Refeldts Registrierung das für den Kirchenraum passende Maß. Schwingend hauchte das tiefe Register, strahlende Klangsäulen entfalteten sich und kulminierten in reiner Klarheit. Und Cesar Franks "Andantino in g-moll" war voller Leidenschaft und Energie und erstarb in einem leisen Atmen.

Rehfeldt hatte eigene Kompositionen auf das Programm gesetzt und begeisterte mit einem filigranen "Menuett im alten Stil" und einer feierlichen "Kleinen Toccata". Den fulminanten Schlussakkord des Konzerts bildete die "Toccata" des zeitgenössischen Komponisten Denis Bedard.

Es war ein Konzert, das die Orgel und den akustischen Raum der Klosterkirche sehr zur Geltung brachte. Das Publikum wollte den Ort nicht verlassen: Ein Gute-Nacht-Lied als Zugabe und noch viele angeregte Gespräche unter den Besuchern in der abendlichen Sonne vor der Kirchentür vollendeten den Abend.

© Kloster Habsthal










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