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Quelle: Schwäbische Zeitung vom 21.05.2014

Das "Ave Maria" passt gut in den Monat Mai

Die Mädchenkantorei aus Bad Saulgau begeistert ein großes Publikum im Kloster Habsthal

Von Vera Romeu 21. Mai 2014

Mädchenkantorei

Ein gelungenes Konzert hat die Mädchenkantorei in der Klosterkirche Habsthal gesungen. Foto: romeu

HABSTHAL - - Es war das Konzert am richtigen Ort zur richtigen Zeit: Die Mädchenkantorei aus Bad Saulgau sang ein komplettes Programm mit unterschiedlichsten Vertonungen des "Ave Maria" und Marienliedern in der Klosterkirche der Benediktinerinnen zu Unserer Lieben Frau in Habsthal. Gerade im Monat Mai, in dem traditionell viele Maiandachten gehalten werden, gehörte es zu den schönsten Erlebnissen, die man sich vorstellen kann. Sehr viele Besucher hatten die Kirche gefüllt.

Chorleiterin Waltraud Marschall hatte ein ganz konsequentes Programm zusammengestellt. Matthias Burth begleitete die Lieder an der Orgel. Das "Ave Maria" war wie ein Diamant, der in den verschiedenen Farben funkelt, jeder Komponist ließ es in anderen Klangfarben erstrahlen.

Den ersten Block sangen die Mädchen im Chorraum. Die Mutter Gottes wurde bei Komponist Gerhard Kronberg als Jungfrau gepriesen, bei Sigismund Neukumm als Himmelskönigin, bei Edvard Grieg als Meerstern. Eine große Tradition wurde dekliniert. Überaus kultiviert singen die Mädchen. Man spürte: Auf Stimmbildung wird großer Wert gelegt. Sie sangen auf sehr hohem Niveau, in einer wunderbaren Transparenz der Stimmen. Es war ein großes Hörerlebnis. Griegs "Ave maris stella" erklang in großer Vollendung, von der Orgel in einer romantischen pastellfarbenen Registrierung begleitet. Die Stimmen entfalteten ihr Volumen, das Marschall immer unter Kontrolle hatte. Die Mädchen sangen auswendig, sodass sie für die intensive gestalterische Arbeit der Chorleiterin ganz frei waren.

Danach verließen die Sängerinnen den Chorraum und gingen auf die Empore. Von dort aus sangen sie die nächsten Lieder. Es gab eine Vorstellung, wie es geklungen haben mag, als noch viele Ordensfrauen in Habsthal sangen und beteten. Chorleiterin Marschall hatte unterschiedliche Vertonungen des "Ave Maria" ausgewählt. Besonders schön entfaltete sich das "Ave Maria" von David Hamilton. Natürlich gehörte das "Ave Maria" von Bach/Gounod in das Programm: Eine energische Solostimme erfüllte die Kirche. Joseph Rheinbergers Vertonung hatte eine große Religiosität. Interessant war die Komposition von Camille Saint Saëns, in dem die Orgel einen schönen eigenständige Part hat.

Dazwischen hatte Organist Matthias Burth zwei Instrumentalstücke gespielt, die sich ganz in das Programm einfügten. Er spielte die "Fantasia zu einem alten Kirchenlied (Maria zu lieben)" in G-Dur von Ludwig Boslet. Die Variationen wurden zu einem Jubel, zu einer heiteren Marienverehrung. Die Melodie wurde einfallsreich verziert und umgarnt. Auch spielte Burth das große "Ave Maria" von Max Reger in einer überaus gekonnten Registrierung: Geheimnisvoll und entrückt entfalteten sich die Klänge, die Intensität des Stückes kam zum Ausdruck. Es war eine Art Verneigung vor dem Mysterium, das dem Ave Maria innewohnt. Verkündigung und Exegese zugleich gingen von diesem Orgelspiel aus.

© Kloster Habsthal










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