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Quelle: Südkurier vom 27.01.2017

27.01.2017 12:44 Nicole Rauscher Ostrach-Habsthal

Priorin Kornelia Kreidler zu Gast im "Nachtcafé"

Eine unvergessliche Erfahrung war der Auftritt im SWR-Nachtcafé für Priorin Kornelia Kreidler. Viele Reaktionen gab es auf den Fernsehauftritt der Schwester des Benediktinerinnenordens.


Priorin Kornelia Kreidler fühlte sich sichtlich wohl beim SWR-Nachtcafé mit Moderator Michael Steinbrecher, Christian Mucha, Ekaterina Mucha (im Publikum) und Wolf Küper (von links).

Eine außergewöhnliche Erfahrung sammelte die Priorin Kornelia Kreidler, als sie zu Gast in der Talkshow "Nachtcafé" im SWR-Fernsehen sein durfte. "Es war das erste Mal in so einem Rahmen und das war schon eine Herausforderung, die einem neue Seiten aufzeigt", schildert sie die Erlebnisse. "Aber daran wächst man und entwickelt sich weiter", freut sich die Priorin des Benediktinerinnenklosters. Das Thema der Sendung mit dem Titel "Was im Leben wirklich zählt" gefiel ihr und die Flut an Zuschauerreaktionen, sowohl per E-Mail als auch telefonisch oder gar persönlich, zeigte auf, dass es auch die Menschen berührte.
"Kurz vor Weihnachten kam eine E-Mail mit der Anfrage zu diesem Thema", schildert sie dieses ungewöhnliche Ereignis. Es habe bis dahin bereits einen Kontakt zum SWR gegeben und deshalb bezog sich die Anfrage auf ein früher geführtes Interview aus der "Landesschau", womit sich das Kloster bereits im SWR-Archiv befand. "Vermutlich greifen sie darauf zurück und recherchieren, wer für das nächste Thema passen könnte, wobei schon mehrere Teams da waren, auch in früheren Jahren", stellt die Priorin fest. Sie las die Nachricht der Medien-Anstalt und überlegte. "Ich schaute mir das "Nachtcafé" dann genauer an und fand, dass der Moderator Michael Steinbrecher sehr respektvoll zu seinen Gästen war." Das überzeugte sie und die Entscheidung war schnell getroffen, denn gleichzeitig war ihr bewusst, "dass wir uns nicht verstecken dürfen und es gut ist, wenn wir auch noch in den Medien präsent sind."
Schwester Kornelia schickte ihr "Ok" nach Baden-Baden und erhielt anschließend einen Termin für ein telefonisches Vorgespräch. "Das ging etwa 45 Minuten", fügt sie hinzu, bis kurz drauf die Zusage kam, dass sie ins Studio kommen soll. "Dann ging es Schlag auf Schlag", erzählt sie erfreut und betonte: "Die sind unheimlich gut organisiert und ich war echt beeindruckt, wie gut durchdacht alles ist." Was ihr besonders in Erinnerung geblieben ist und sie immer wieder erwähnte, war "die sehr freundliche Stimmung". Bis dahin wusste sie also nur das Thema und welche Teilnehmer kommen würden. Dann ging es los. Einen Tag vorher reiste sie mit dem Zug an, wurde am Bahnhof abgeholt und ins Hotel gebracht. "Da blieb sogar noch Zeit für einen Mittagsschlaf", sagt sie lachend. Danach wurde die Priorin ins Studio gebracht und hatte um 18.20 Uhr einen Termin in der Maske. Bevor es losging, trafen sich alle Studiogäste zu einem kleinen Imbiss, bei dem sie sich gegenseitig kennenlernen konnten. Steinbrecher kam mit dazu und gab Anleitungen, wann der Blick in die Kamera erforderlich ist und wann nicht.
"Es war erstaunlich, wie nett und freundlich alle dort sind und es war nicht aufgesetzt, sondern wirklich völlig entspannt", wiederholt sie. "Das nimmt einem auch die Aufregung und man fühlt sich gleich wohl." Sie sei stets begleitet worden, um den Weg aufzuzeigen, wo es als Nächstes hinging. "Zu keiner Minute hatte ich das Gefühl, nicht zu wissen, was jetzt kommt."
Im Studio angekommen gab es "noch eine Art Hauptprobe: wir setzten uns in die Sessel und sprachen über das Thema fleischlose Ernährung, wobei die Kamera und Mikros eingestellt wurden." Vom eigentlichen Thema sei im Vorfeld nichts erwähnt worden, damit anschließend keine Langeweile entsteht. "Während der Sendung war die Atmosphäre sehr angenehm, aber die Strahler waren hell und heiß", erinnert sie sich. Außerdem fiel ihr noch etwas auf: "Der Habit war nicht Wohnzimmer geeignet", lacht die Nonne. "Eine Jeans wäre bequemer gewesen."
Trotz des freundlichen und entspannten Miteinanders stellte sie fest, dass die Kameras doch unbewusst Aufregung erzeugten, weshalb es dann für sie schwierig war, sich so lange zu konzentrieren. Und dennoch: "Die Rundum-Harmonie habe ich von diesem Erlebnis mitgenommen und bin mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren." Für sie war es "rundherum eine Bereicherung mit interessanten Begegnungen und man lernt ja immer wieder." Besonders beeindruckt war sie von der Lebenseinstellung Wolf Küpers, "der auf seine Karriere verzichtete für seine behinderte Tochter". Kreidler war berührt von seiner Einstellung. "Er hat nicht versucht, sein Kind zu dem zu machen, wie es die Gesellschaft haben will, sondern er stellte sein Leben auf die Bedürfnisse des Kindes um." Eine intensive Unterhaltung pflegte die Schwester auch mit Christian Mucha aus Wien, der ihr von seiner Begegnung mit buddhistischen Nonnen erzählte.
Am nächsten Tag trat sie die Heimreise an und erhielt viele Anrufe und E-Mails. "Ein Herr mit einem Restaurant aus Mainz rief an und sagte, dass er sich so freut, dass er eine Ordensschwester in der Runde sah, dass er dafür sogar einen Karton Schokolade schicken will." Viele Reaktionen kamen "zur Verbundenheit zu Gott. Und die Leute schrieben, dass sie es positiv empfangen, dass jemand da war, der das religiöse Element reingebracht hat." Was ihr bei all den Nachrichten aufgefallen ist, "war das, dass die Leute sich eine tiefere Diskussion gewünscht hätten. Das Oberflächliche befriedigt sie dann doch nicht. Manche sagten auch, dass es einmal ein Thema wäre, darüber zu reden, welchen Sinn wir uns oder unserem Leben geben."
© Kloster Habsthal










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