Deckenfresko im Langhaus

Freske

Im Deckenfresko des Langhauses, das von Gottfried Bernhard Göz (1748) geschaffen wurde, sehen wir beide Themen vereinigt: es zeigt den heiligen Dominikus (1170-1221), wie er durch die Verehrung der Eucharistie und der Gottesmutter letztlich Christus die Ehre und Anbetung schenkt.

Das Bild hat einen vertikalen Aufbau:
Unten sehen sie eine dunkle, häßliche Gestalt mit braun-grünem Gewand, darüber der Heilige Dominikus, über ihm eine Monstranz, dann folgt eine Büste des heiligen Petrus und über diesem der siegreiche Christus.
Der Ordensgründer Dominikus kniet vor einem Altar, auf dem in einer goldenen Monstranz die Hostie zur Verehrung und Anbetung ausgestellt ist. Direkt darüber, als Abschluß des Altaraufbaus, die Büste des heiligen Petrus mit zwei Schlüsseln. Sie stehen für die Worte, die Jesus an ihn gerichtet hat: was du auf Erden bindest, wird auch im Himmel gebunden sein, was du auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein. Petrus stellt hier die Verbindung zum Himmel her, wo Jesus Christus als Sieger über den Tod auf Wolken thront. In seiner linken Hand hält er das Kreuz in der rechten Hand drei Speere. Diese drei Speere richtet er gegen das Böse, das sich am untersten Bildrand aufhält, in der bereits erwähnten dunklen Gestalt.

Außerhalb der eben beschriebenen vertikalen Linie schwebt zu Füßen ihres Sohnes, Maria – sie befindet sich zwischen Himmel und Erde, man könnte auch sagen: sie verbindet Himmel und Erde, sie hat hier eine „Brückenfunktion“. Ihr blauer Mantel verweist auf ihre himmlische Zugehörigkeit. Blau gilt als die tiefste und am wenigsten materielle Farbe, steht für Wahrheit und Transparenz und für das Firmament. Ihr weißes Kleid symbolisiert ihre Unschuld und Reinheit; in den Kunstwerken trägt sie es meist, wenn sie als jungfräuliche Gottesgebärerin dargestellt wird. Unterstrichen wird ihre Keuschheit noch durch das verschleierte Haupt.  

Maria steht auf einer Mondsichel – eine Darstellung, die seit dem Mittelalter aus der Offb. des Joh. Kap.12  übernommen wurde. Dort wird Maria als eine Frau beschrieben, die mit der Sonne bekleidet ist und den Mond unter den Füßen hat. Allerdings dürfte bei dieser Symbolik auch ein religionsgeschichtlicher Rückbezug mitspielen, denn der Halbmond war schon das Zeichen der Mondgöttin Artemis sowie der römischen Göttin Lucina, die bei Geburten angerufen wurde und zugleich Göttin der Keuschheit war.
Ebenfalls auf die Offenbarung des Johannes geht die Sternenkrone zurück, die über dem Haupt der Gottesmutter zu sehen ist. Sterne gelten als Zeichen und Bringer des Lichtes; als Durchdringer der Finsternis nehmen sie am ständigen Kampf zwischen Licht und Finsternis teil; nach biblischer Auffassung gehorchen sie dem Willen Gottes.

Um Hilfe angerufen und verehrt wird Maria auf diesem Bild vom heiligen Dominikus. Er hält in seiner linken Hand einen Schild, auf dem der Name Maria steht und der außen herum durch einen Rosenkranz begrenzt wird. Einen Rosenkranz trägt der Ordensgründer auch am Gürtel seines weißen Ordensgewandes. Eine Legende erzählt, er habe von der Mutter Gottes den Rosenkranz überreicht und die Gesätze erläutert bekommen. Auf diesem Fresko ist er mit  sämtlichen Attributen, die ihm die Kunst im Laufe der Zeit verliehen hat,  ausgestattet: mit der Lilie (Zeichen der Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit), mit dem goldenen Stern über der Stirn (den sah seine Amme bei der Taufe auf seiner Stirn) und mit dem Hund zu seinen Füßen (seltene Darstellung: der Hund hält in seinem Maul eine brennende Fackel).

Text: Sr.Kornelia Kreidler OSB, Priorin

© Kloster Habsthal 
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