Hochaltarbild (Gründerbild)

Als große Marienverehrerinnen haben die Dominikanerinnen ihr Kloster dem Schutz Mariens anvertraut; sichtbar auf dem Hochaltarbild. Gemälde

Diese Ölgemälde auf Leinwand wurde 1691 von Mathae Zehender geschaffen und wird auch als Gründer- oder Stifterbild bezeichnet. Es zeigt im unteren Teil von links nach rechts: König Rudolf von Habsburg, ein Wohltäter in den Anfangsjahren des Klosteraufbaues, der die Insignien seiner königlichen Macht (Krone und Zepter) vor der Königin des Himmels abgelegt  hat; der heilige Dominikus - vor ihm die Weltkugel, auf der Kloster Habsthal abgebildet ist; dann folgt Pfalzgraf Hugo von Tübingen, der den Schwestern Habsthal und die dazugehörigen Besitztümer übereignete und zuletzt Graf Bodman, der diese Besitzungen damals zum Lehen hatte.

Über diesen vier Männern schwebt die Mutter Gottes auf einer Wolke. Auf diesem Bild sehen wir Maria als Himmelskönigin: mit Sternenkranz, Krone und Zepter, bekleidet mit einem blauen Umhang und einem roten Kleid. Im rechten Arm hält sie das segnende Jesuskind. Ihr Blick fällt nach unten auf die Erde, von wo aus die vier Männer ihrerseits den Blick zu ihr erheben, um ihr das Kloster anzuvertrauen. Zwei Spruchbänder verdeutlichen dies: aus dem Munde von König Rudolf heißt es: „Hab du das Thaal!“ und aus dem Munde des Grafen von Tübingen steigen die Worte auf: „Beschütz das Thaal!“

Maria neigt sich aufmerksam den Herren zu – es fällt auf, wie sie ihr rechtes Ohr, das weder vom Haar noch vom Schleier bedeckt ist, ganz den vier Männern zuneigt (vgl. „Neige dein Ohr mir zu und hilf mir!“ – Psalm). Maria war bis Mitte des 19. Jh. die Schutzpatronin des Klosters; die Pfarrgemeinde, die nach der Säkularisation die Pfarrkirche zum Eigentum bekam, änderte das Patrozinium zugunsten des heiligen Stephanus, die Benediktinerinnen haben den einstigen Titel des Klosters jedoch beibehalten, so daß wir bis heute am Fest Mariä Aufnahme in den Himmel - Maria als unsere Schutzpatronin verehren.

Text: Sr.Kornelia Kreidler OSB, Priorin

© Kloster Habsthal 
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